Sturz im Scratch und die Nacht danach

Gestern Abend um 19:15 Uhr wurde zum Meisterschaftsrennen im Scratch gestartet. Das über 45 Runden führende Rennen wurde von 30 Fahrern in Angriff genommen. Ich hoffte auf ein schnelles Rennen mit einem Massensprint des Feldes, da ich mir dabei die grössten Chancen ausrechnete. Doch was heraus kam, war eine Nacht ohne Schlaf und viel Schmerzen.

Von Beginn weg wurde vom VC Mendrisio, mit den Favoriten Beer und Pasche, ein hohes Tempo angeschlagen. In den ersten 20 Runden konnte ich mich perfekt im Feld verstecken und verbrauchte nicht viele Körner. In der zweiten Hälfte des Rennens wurde die Pace erneut verschärft und es wurde zunehmend schwieriger, sich von den hinteren Positionen nach vorne zu arbeiten. Auch in dieser Phase des Rennens lief es eigentlich noch für mich. Ich positionierte mich im Kreis der Favoriten und bewegte mich konstant im vorderen Drittel inkl. Materialschadendes Feldes, um bei Angriffen reagieren zu können. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel war die Hektik im Peloton extrem spürbar, alle versuchten bei Geschwindigkeiten von über 60km/h noch irgendwo eine Lücke im Windschatten zu finden. Und dann knallt‘s direkt vor mir. Ein Konkurrent verlor das Gleichgewicht, prallte auf die Bahn und die nachfolgenden Fahrer überschlugen sich. Mir blieb keine andere Möglichkeit, als zu versuchen mit einem kleinen Sprung drüber zu springen. Via Cote d’Azur (unterster blauer Bereich auf der Bahn) und Wiese schaffte ich es wieder in Richtung Bahn, da ich nun im rechten Winkel auf die Bahn zufuhr, überschlug ich mich trotzdem.

lediertes BeinEinen kurzen Moment blieb mir die Luft weg, da es ein heftiger Schlag auf die linke Schulter und Hüfte mit anschliessender Rutsch-Partie gab. Bekanntlich schmerzen Stürze immer drei Mal, das 1. Mal beim Sturz, das 2. Mal bei der Reinigung und das 3. Mal im Bett.

So war es auch in meinem Fall. Meine gute Nachtlinke Körperhälfte ist vom Schienbein, über Oberschenkel, Hüfte bis zur Schulter etwas abgeraspelt. Bereits das Duschen und Auswaschen der Wunden war alles andere als ein Vergnügen. Und als ich endlich das Bett erreicht hatte, konnte ich mich alleine fast nicht mehr hinlegen, geschweige denn einschlafen.

Das Rennen wurde übrigens von Tristan Marguet gewonnen – gratuliere Titi!

Nun schaue ich vorwärts und hoffe, dass ich am Donnerstag, 28. August bei der Track Cycling Challenge in Grenchen beim C1 Keirin wieder voll in die Pedalen treten kann (gewinne hier Tickets). Aber spätestens am 16. September bei den Sprint und Keirin Meisterschaften will ich wieder voll angreifen können.

Ps.: hier noch den Beitrag zur Bahn-SM im Sportaktuell

Gruess Dave

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